Dein Online-Business in 4 Phasen aufbauen
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Das Titelbild für diesen Blogartikel ist mit KI erstellt
Was du wirklich brauchst, wenn du als Solopreneur online startest, und was du dir sparen kannst
Die meisten überladen sich am Anfang mit Technik, bevor sie mit einem einzigen Menschen gesprochen haben. Erst wird WordPress aufgesetzt, dann ein Newsletter-System eingerichtet, dann ein Mitgliederbereich gesucht, und nach zwei, drei Wochen hat man lauter offene Baustellen (manche vielleicht halb fertig), ist ständig beschäftigt und gestresst, und hat immer noch keinen einzigen Interessenten, von Kunden ganz zu schweigen. Das eigentliche Problem ist am Anfang nicht, dass man das falsche Tool gewählt hat. Es ist, dass man sich mit der falschen Frage beschäftigt. "Welches Tool brauche ich?" steht ganz oben, während die Frage, die wirklich zählt, wartet: Wo finde ich meine potenziellen Kunden, und wie komme ich mit ihnen ins Gespräch?
Genau deshalb schauen wir uns jetzt die vier wichtigsten Phasen beim Aufbau eines Online-Business an. Jede Phase hat einen Hauptfokus, und du gehst erst zur nächsten, wenn die Phase davor steht. So gibst du dein Geld für Werkzeuge aus, die du wirklich brauchst, statt für ein Setup, das beeindruckend aussieht und dich nicht weiterbringt.
Denn der beste Funnel bringt dir nichts, wenn keine Menschen „durchlaufen“. Du kannst eine Landingpage bauen, ein Freebie erstellen, und eine automatisierte E-Mail-Sequenz einrichten, aber wenn sich im Monat nur eine Person einträgt, wenn überhaupt, war der ganze Aufwand umsonst. Und vielleicht merkst du nach hundert Gesprächen, dass deine Zielgruppe etwas ganz anderes will, als das, was du gebaut hast. Dann kannst du das ganze Setup nochmal von vorn machen.
Ich schreibe das nicht aus der Theorie. Genau diesen Fehler habe ich selbst gemacht: Mich auf Technik und Setup gestürzt, alles Mögliche gebaut, und dann hat es kaum jemand gesehen, weil ich die Sichtbarkeit vernachlässigt hatte. Die Reihenfolge, die ich dir hier zeige, ist auch das Ergebnis dieser Erfahrung.
Warum die Reihenfolge wichtiger ist als die Tool-Auswahl
Am Anfang gibt es nur eine Frage, die zählt: Kommst du mit den richtigen Leuten ins Gespräch? Und jede Aufgabe, die du dir vornimmst, bringt dich diesem Ziel entweder näher, oder sie lenkt dich davon ab.
Ein aufwendiges Setup fühlt sich nach Fortschritt an, ist aber oft eine Ausweichbewegung. Man baut an der Website, weil das greifbar ist, während das eigentliche Wagnis, ein echter Mensch, der dich fragt, was du anbietest, noch aussteht. Diesen echten Kontakt vermeiden wir gern, weil damit auch die Möglichkeit von Ablehnung im Raum steht. An der Technik zu schrauben, ist sicherer, sie sagt nie nein. 😉
Dazu kommt eine Ironie, die mir erst mit der Zeit aufgefallen ist: Viele wählen ein Online-Business auch, weil es sich anfühlt, als könnte man echte Begegnungen umgehen und alles über Bildschirm und Automatisierung regeln. Dabei sind genau diese echten Gespräche die Basis, auf der alles andere aufbaut. Und genau deshalb starten die vier Phasen bei genau dieser Herausforderung: mit echten Menschen sprechen.
Denn ob du schlussendlich deine Website mit WordPress, Onepage oder Framer baust, ist zweitrangig. Mit allen dreien kommst du ans Ziel. Bei der Tool-Auswahl ist es wichtiger, dass du eine Lösung wählst, die du selbst bedienen kannst und mit der du einigermaßen schnell in die Umsetzung kommst.
Alle Tools, die ich dir hier empfehle, nutze ich für mich selbst oder in Kundenprojekten. Doch lass uns jetzt mit Phase 1 starten, deiner Sichtbarkeit.
Phase 1: Sichtbarkeit und Gespräch
Du brauchst einen Ort, an dem Menschen dich finden und ansprechen können, und eine Möglichkeit, mit ihnen zu reden. Mehr nicht.
Für die Sichtbarkeit reicht am Anfang eine einzige Social-Media-Plattform. Welche, hängt weniger vom Kanal ab als von dir: Im Business-Kontext funktioniert LinkedIn aktuell gut, Instagram eher für persönlichere Themen. Am wichtigsten ist aber, dass du eine Plattform wählst, auf der du dich einigermaßen wohlfühlst. Wenn du eine Plattform nicht magst, wirst du dort nicht regelmäßig auftauchen, keinen Content dafür erstellen und keine Lust haben, dich mit Menschen zu verbinden. Dann bringt auch die beste Plattform nichts. Nimm also die, auf der du dich wohlfühlst, und poste dort mit einer gewissen Regelmäßigkeit rund um dein Thema.
Ehrlich an dieser Stelle: Reichweitenaufbau ist nicht mein Fokusthema. Dafür gibt es Leute, die das besser können als ich, und wenn du dort tief einsteigen willst, bist du bei ihnen richtiger. Da, wo es nach dem ersten Finden weitergeht, fängt meine Expertise an. Wenn aus einem ersten Kontakt echte Interessenten und irgendwann Kunden werden.
Es geht also in erster Linie darum, ins Gespräch zu kommen. Auf jeder dieser Plattformen kannst du Menschen direkt anschreiben, dich verbinden und einen Videocall vereinbaren. Ob du dafür Zoom, Google Meet oder im Notfall einen WhatsApp-Videocall nimmst, ist egal. Ich habe gute Erfahrungen mit Zoom gemacht, und mit Google Meet, vor allem in Kombination mit Google Workspace. Dazu später mehr, wenn es um eigene Domain und E-Mail geht.
Wichtig ist, dass du herausfindest, was deine potenziellen Kunden wirklich wollen und wo ihre größten Herausforderungen liegen. Genau daraus kannst du passgenaue Angebote entwickeln, statt ein Produkt an der Zielgruppe vorbei zu entwickeln, das dann schlussendlich niemand braucht. Vielleicht wollen sie genau das, was du ohnehin anbietest. Vielleicht auch etwas ganz anderes. Das findest du nur heraus, indem du fragst.
Phase 2: Auffindbarkeit – deine erste Website
Sobald du regelmäßig sichtbar bist, passiert etwas Vorhersehbares: Leute, die dich interessant finden, googeln dich. Die Frage ist, was sie dann über dich finden.
Du brauchst dafür keine große Website. Eine einfache Seite reicht, auf der steht, wer du bist, was du machst und wie man dich erreicht. Die Kontaktmöglichkeit zu dir kannst du auch erst mal super simpel halten. Das kann einfach ein Link zu deinem WhatsApp-Account sein, du kannst deine E-Mail-Adresse angeben oder du verweist auf LinkedIn oder Instagram, je nachdem, wo du aktiv bist und die Nachricht auch wirklich siehst. Wichtig ist nur, dass überhaupt etwas Seriöses auftaucht, wenn jemand deinen Namen sucht.
Beim Erstellen deiner Webpräsenz brauchst du zwei Dinge: einen Page-Builder, mit dem du die Seite erstellst, und eine Domain, damit du unter deiner Wunschadresse erreichbar bist. Für das richtige Tool zum Bauen deiner Website gibt es zig verschiedene Wege, ein paar davon möchte ich dir kurz vorstellen. WordPress mit Elementor kann sehr viel und ist verbreitet, verlangt aber laufende Pflege. Plug-ins wollen aktualisiert und gewartet werden, und darum musst du dich kümmern, damit deine Seite stabil läuft. Onepage ist eine schnellere, einfachere Variante aus Deutschland: Du baust in kurzer Zeit eine saubere, DSGVO-konforme Seite, die gut lädt und sinnvoll strukturiert ist.
Ich selbst nutze für meinen Blog und meine Website Framer*, einfach weil meine sonstigen Lieblingssysteme keine Blog-Integration mitbringen. Für eine reine One-Pager-Seite ohne Blog geht Framer natürlich auch, technisch ist es allerdings etwas anspruchsvoller. Deshalb greifen viele hier lieber zu einer einfacheren Lösung wie Onepage oder Alfima. Selbst mit Canva lassen sich inzwischen simple Websites bauen. Es kommt also darauf an, wie technikaffin du bist und wie schnell deine Website live gehen soll. Mittlerweile bringen auch schon alle genannten Tools KI-Integrationen mit. Schau also am besten, mit welchem Tool du dich wohlfühlst und schnell in die Umsetzung kommst.
Für die Domain gibt es unzählige Anbieter. Ich selbst habe sehr gute Erfahrungen mit all-inkl* und Raidboxes* gemacht. Über beide bekommst du auch eine professionelle E-Mail-Adresse mit deiner eigenen Domain, statt einer generischen Gmail- oder GMX-Adresse. Bei all-inkl sind die E-Mail-Postfächer direkt im Tarif enthalten, bei Raidboxes buchst du das E-Mail-Hosting als Zusatz dazu.
Du kannst deine E-Mail-Adresse aber auch über Google Workspace* einrichten. Der Vorteil: Du bekommst nicht nur die professionelle Adresse, sondern gleich ein ganzes Arbeitssystem dazu: Google Drive für Dateien, Sheets für Tabellen, Kalender und Google Meet für Videocalls, alles unter einem Dach. In meinem Plan ist außerdem die Google-KI Gemini integriert, die zum Beispiel in Meetings automatisch Notizen und Zusammenfassungen erstellen kann. Gerade wenn du ohnehin schon in Phase 1 Videocalls machst, greift das sauber ineinander.
Phase 3: E-Mail-Liste und Freebie
Jetzt wird es interessant, weil hier zum ersten Mal etwas entsteht, das dir gehört. Auf Social-Media-Plattformen bist du zu Gast, deine E-Mail-Liste gehört dir.
Der Einstieg besteht aus zwei Teilen: einem E-Mail-Marketing-System, über das du DSGVO-konform mit deinen Kontakten kommunizierst, und einem kostenlosen Produkt, das einen Anreiz zum Eintragen gibt. So ein kostenloses Produkt nennt man auch Freebie oder Leadmagnet. Es soll ein kleines Teilstück eines Problems deiner Zielgruppe lösen, einen konkreten, abgeschlossenen Schritt. Meine Entscheidungshilfe zu genau der Tool-Frage aus diesem Artikel ist so ein Freebie. Du bekommst sie über meinen Newsletter.
Für den Anfang nutze ich selbst Alfima* für meinen Newsletter und meine Landingpages. Es ist eine deutsche All-in-One-Plattform für Newsletter, Landingpages und Kursbereich, DSGVO-konform, und für den Einstieg preislich attraktiv: Der Basic-Plan liegt bei 49 € im Monat, E-Mail-Marketing ist ab dem Pro-Plan für 69 € enthalten. Ich teste das Tool aktuell im echten Betrieb und werde meine Erfahrungen damit regelmäßig teilen.
Sobald dein E-Mail-Marketing komplexer wird und du ein Tool brauchst, das genau darauf spezialisiert ist, sind KlickTipp* und Quentn* eine gute Wahl. Beide sind deutsche Systeme für E-Mail-Marketing und Automation, DSGVO-konform, und stoßen auch bei anspruchsvollen Automationen nicht so schnell an ihre Grenzen. Mit beiden Tools habe ich schon eigene Projekte umgesetzt und ich arbeite regelmäßig in Kundenprojekten damit, am meisten mit KlickTipp. Auch dazu teile ich meine Erfahrungen, weil ich die Tools im täglichen Einsatz kenne und weiß, wo die Stärken der Tools liegen und wie man Kampagnen damit am besten aufbaut.
Phase 4: Online verkaufen – Zahlung und Auslieferung
Irgendwann kommt der Punkt, an dem du etwas verkaufst, z. B. eine Dienstleistung oder ein digitales Produkt. Für individuelle Dienstleistungen und Coachings reicht dafür eine geschriebene Rechnung. Ein automatisiertes Zahlungssystem lohnt sich, sobald du etwas Wiederholbares verkaufst: einen Onlinekurs, ein digitales Produkt, oder auch ein 1:1- oder Gruppenangebot mit festem Rahmen. Dann bleibt der Aufwand gleich, egal wie viele kaufen.
Technisch brauchst du dafür einen Zahlungsanbieter und eine Möglichkeit, das Produkt auszuliefern. Für diesen Schritt eignen sich z.B. Tools wie Alfima* und ablefy*. Beide Tools bieten weit mehr als die Zahlungsabwicklung selbst. Du kannst in beiden Tools direkt Deine Verkaufsseite erstellen, Du kannst diverse Zahlungsanbieter verbinden, sodass Zahlung und Rechnungsstellung automatisch laufen, und Du kannst Deinen Onlinekurs erstellen und direkt an Deine Käufer ausliefern. Beide sind deutsche, DSGVO-konforme Tools. Alfima* ist die schlankere, schnellere Variante, ablefy* (früher elopage) bietet den umfangreicheren Funktionsumfang. Was besser passt, hängt davon ab, wie komplex dein Angebot ist und was dir persönlich mehr liegt.
Wenn du keine All-in-One-Lösung brauchst, kannst du die Zahlungsabwicklung auch direkt über einen Anbieter wie Stripe lösen und mit deinen übrigen Tools kombinieren. Daneben gibt es Plattformen mit einem anderen Verkaufsmodell wie Digistore24 oder CopeCart. Das ist ein sogenanntes Reseller-Modell: Nicht du verkaufst offiziell an deine Kunden, sondern die Plattform kauft dein Produkt und verkauft es in eigenem Namen weiter. Das hat eigene Vor- und Nachteile, gerade steuerlich und rechtlich, und würde diesen Artikel sprengen. Starten kannst du damit genauso.
Verkaufsprozess, Zahlungsabwicklung und Auslieferung eines digitalen Produkts sind fast immer Bestandteil meiner Kundenprojekte. Welchen Tool-Stack ich dabei wähle, hängt davon ab, was an Tools schon vorhanden ist und sich gut ergänzen lässt.
Aktuell arbeite ich an meinem eigenen digitalen Produkt. Wenn du dabei sein willst, wenn es so weit ist, trag dich in meinen Newsletter ein. Meine Abonnenten bekommen alle Infos und Updates immer zuerst.
Und jetzt?
Du brauchst nicht alles auf einmal. Wenn du gerade am Anfang stehst, reicht Phase 1 vollkommen – eine Plattform, auf der du dich wohlfühlst, und die Bereitschaft, mit Menschen ins Gespräch zu gehen. Alles Weitere kommt dazu, wenn der Schritt davor steht.
Zu einzelnen Tools aus diesem Überblick, etwa Alfima im Praxistest oder Google Workspace für die eigene Domain, schreibe ich noch eigene Artikel, in denen ich tiefer gehe. Bis dahin gilt: Fang an, bevor du dich fertig fühlst. Zehn Gespräche mit Menschen aus deiner Wunschzielgruppe bringen dich weiter als irgendeine Tool-Entscheidung.
*Mit einem Sternchen markierte Links sind Affiliate-Links. Wenn du darüber ein Tool buchst, erhalte ich eine kleine Provision, für dich ändert sich am Preis nichts. Ich verlinke ausschließlich Tools, die ich selbst nutze oder in Kundenprojekten einsetze.
